Urbanistik
Gebaute Umwelt
eingebettet in die vorgegebene oft schon veränderte Landschaft,
mit guter Wohn- und Arbeitsqualität,
mit der notwendigen Infrastruktur ausgestattet,
danach der eigendynamischen Entwicklung überantwortet
... das ist Raumordnung (Urbanistik)!
Ausserhalb der gebauten Umwelt bleibt die Landschaft oft von Bauten entstellt und seiner Charakteristik beraubt. Vieles kann gute Planung zumindest ästhetisch sanieren, wesentlich sind aber die urbanistischen Vorraussetzungen, welche der Landschaftsplaner vorfindet, wenn er Freiräume zu einer Augenweide mit hochwertiger Naturräumlichkeit entwickeln soll.
Wiedergewinnung
Südtirols historischer Wohnbaubestand hat besonders in ländlichen Gebieten einen hohen landschaftsprägenden und kulturellen Wert. Daher wurden bereits in den 1970 er Jahren sogenannte Wiedergewinnungspläne erstellt, welche in erster Linie die Erhaltung des Bestandes und seine behutsame Erweiterung abseits von den allgemeinen urbanistischen Bestimmungen zum Ziel hatten. Im Rahmen der Erhebungen erhält der Planer tiefe Einblicke in das alltägliche Leben der Dorfbewohner mit all ihren Gegensätzen, Wünschen und Vorstellungen. Daraus können Rückschlüsse auf die erhaltenswerten und entwicklungsfähigen Strukturen gezogen werden. Als Ergebnis langer Diskussionen über mögliche Erweiterungen in den engen Dorfbereichen, Aussiedlungen von nicht mehr erweiterungsfähigen landwirtschaftlichen Betrieben und Verbesserungen der Lebensqualität durch mehr Licht (Entkernungen) , bessere Erschliessung (Wege, Parkraum) und Infrastrukturen (unterirdische Verlegung aller Leitungen) entsteht ein Wiedergewinnungsplan mit Ansätzen eines Leitbildes für den gesamten Ortskern und des angrenzenden Siedlungsbereiches.Am Beispiel der Wiedergewinnungszone "Graun" in der Gemeinde Kurtatsch kann festgestellt werden, dass nach Abschluss der Planungsarbeiten eine starke Bauentwicklung stattgefunden hat, weil mit dem Planungsinstrument die bestehende erstarrte Bausituation aufgeweicht werden konnte und der Ort neue Zukunftsperspektiven erhalten hat, welche sich in einer kontrollierten und orttypischen Bautätigkeit ausdrückt.
Wohnbauzonen
Die in den Fremdenverkehrsgebieten besonders starke Bauentwicklung der 80iger Jahre hat dazu geführt dass die zur notwendigen Anpassung der Gastbetriebe erforderlichen Erweiterungen trotz der gesetzlichen Möglichkeiten über die qualitative und quantitative Erweiterung undurchführbar waren. Dank der Initiative einiger Südtiroler Gemeinden entstanden Durchführungspläne welche die neuen gesetzlichen Möglichen zur baulichen Entwicklung der Gastbetriebe umgesetzt haben und so den Betrieben die Möglichkeit gaben trotz unzureichenden Grenzabstände gewisse Bauerweiterungen durchzuführen. Dabei mussten die hohen Ansprüche der Gäste an die Unterkünfte berücksichtigt werden, sodass die Gastbetriebe in engsten Räumen höchste Aufenthaltsqualitäten erreichen konnten.Als 1.Wohnbauzone, welche gemäß neuer Wohnbaugesetzgebung über die qualitative Erweiterung urbanistisch weiterentwickelt wurde kann die Wohnbauzone "Isgla" in Wolkenstein genannt werden. Viele kleinräumige Anpassungen, die im Durchführungsplan vorgeschlagen wurden haben zu einer Optimierung der vorhandenen kleinteiligen Siedlungsstruktur geführt, in der auch die kleinsten Erweiterungsmöglichkeiten innerhalb der bestehenden Wohnbauzone berücksichtigt wurden.
Gewerbezonen
Gewerbezonen in ländlichen Gebieten entstehen meistens aus der Notwendigkeit heraus, neuen Raum für bestehende Handwerkerbetriebe im Ortskern zu schaffen. Dabei haben sich in den letzten Jahren die Ansprüche an Funktionalität, Erschließung aber auch Architektur wesentlich geändert. Einschränkende Rahmenbedingungen betreffen in den meisten Fällen die Verfügbarkeit, die gute Erschliessbarkeit und eine geringe Umweltbelastung für den Ort. So enstanden Gewerbegebiete oft in Bereichen abseits der Ortskerne, um besonders in Fremdenverkehrsgebieten keinen zusätzliche Lärm und Abgasbelastung auch durch Schwerverkehr zu erzeugen. Die verfügbaren Verkehrsflächen sind oft auch wegen der Steillagen meistens sehr klein, sodass zunehmend eine mehrgeschossige Bauweise zur Anwendung kommt, bei der die Wegerschliessung auch für die interne Erschliessung der verschiedenen Geschoße genutzt werden kann.Als typisches Beispiel kann die Gewerbezone Welschnofen gelten, welche den minimalen Raum zwischen Karerpaßstrasse und Bach optimal nutzt, was eine kompakte Bauweise mit einfacher Ringerschließungsstrasse zur Folge hat. Die vom Durchführungsplan vorgegebenen und von der Gemeindeverwaltung durchgesetzte kompakte Verbauung verleiht der Gewerbezone mit Bauten der Architekten Trojer und Vonmetz ein homogenes Erscheinungsbild, das sich von den üblichen Gewerbezonen in Südtirol wohltuend absetzt.






